Haarausfall
Die Haare prägen wesentlich das optische Erscheinungsbild des
Menschen. Haarausfall stellt deshalb insbesondere für Frauen, aber
auch für Männer, ein erhebliches Problem dar, das meist mit
starken psychischen Belastungen verbunden ist.
Der Verlust des Haupthaares kann für eine Reihe von Umweltbelastungen
, inneren Erkrankungen und Hormonstörungen ein wichtiges Erstsignal
darstellen. Vor allem bei der Frau kann es bei Änderungen des hormonellen
Gleichgewichts im Körper (z.B. Geburt, Einsetzen der Wechseljahre,
Pillenwechsel) zu Haar-ausfall kommen, beispielsweise schon durch Verminderung
des weiblichen Geschlechtshormons Östradiol.
Eine besondere Rolle spielen die sogenannten männlichen Hormone
(Androgene) wie Testosteron, Andro-stendion, DHEA, deren mit dem Alter
zunehmendes Übergewicht eine Verminderung des Kopfhaares bewirkt.
Weitere Ursachen plötzlichen Haarausfalls können auch vorangegangene
Operationen, fieberhafte Infekte, chronische Infektionen (z.B. Lues)
aber auch Vergiftungen (z.B. durch falsch dosierte Medikamente) sein.
Chronischer Haarausfall, der länger als 6 Monate besteht, kann
als Folge eines Eisenmangels, von Schilddrüsenfunktionsstörungen
und im Rahmen von chronischen Krankheiten auftreten. Ein ernährungs-bedingter
Haarausfall ist bei Eiweiß- und Vitaminmangel möglich, ist
in unseren Breiten jedoch selten.
Die Basis für eine sichere Diagnose ist stets eine gründliche
Befragung, in der alle möglichen Ursachen der letzten Monate erfaßt
werden. Laboranalytisch sollten zunächst die Hormone (Östradiol,
Testosteron, Androstendion, DHEAS, SHBG, bei Frauen FSH, bei Männern
LH) untersucht werden, um einen androgen-bedingten Haarausfall (Überschuß
an männlichen Hormonen) auszuschließen. Bei Verdacht auf
„allgemeinen Haarausfall“ werden (nach Fischer, Ärzteblatt
Thüringen 10,1999 S. 690) folgende Untersuchungen empfohlen:
Standard - Serumeisen, Ferritin, TSH, Blutbild
Ergänzend - FT3, FT4, Serumcalzium, Vitamine H, B12, Antinukleäre
AK, Gesamteiweiß, CRP, Luesserologie
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